
Aus alten Flurnamen kann man vieles Wissenswerte über unsere Vorfahren erfahren. Meist wurden Wälder, Äcker und Auen ganz praktisch nach ihrer Verwendungsart benannt oder aber nach ihrer Güte, was zum Beispiel einem schlechten Ackerboden den Flurnamen Hungerkamp einbrachte. Aber auch die Himmelsrichtung mit Bezug auf den Sonnenaufgang spielte häufig eine Rolle, wie am Beispiel Osterloh deutlich wird.
Einige unserer Flurnamen sind sehr alt und können so Zeugnis ablegen, von einer längst vergangenen Zeit. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass unsere, in heutigen Karten eingezeichneten Flurnamen, häufig übertragen und auch übersetzt wurden (Franzosenzeit).
Dadurch schlichen sich nicht selten Fehler und Abänderungen ein, was die Arbeit mit Flurnamen häufig zu einem Rätselraten werden lässt.
Einige, besonders für die Spurensuche, interessante Flurnamen wurden an dieser Stelle zusammengestellt, um auch in diesem Bereich der Spurensuche einen Anstoß für Interessierte zu bieten.
Die einzelnen Begriffe wurden thematisch geordnet. Ein kurzer Quellenhinweis ist am Ende der Auflistung zu finden.
Bohlhorst | - | Helmerkamp |
Baalkamp | - | Jarnsen |
Baalföhrt | - | Endeholz |
Bohlen | - | Bröckel |
Bohldamm | - | Oldendorf |
Brüggedamm - Schelpse-Sandlingen
Neienbrücken - Bremer Weg bei lohe
Kleine Furth - Brockhof
Langenföhr - Oppershausen
Förthsgehege - Ahnsbeck
Düpenfürth - hinter Eversen
Hänigser Bodderstieg - Westercelle
Kiepenkerlsweg - Jeversen
Sölterwege - von Sülze aus [Q.1, S.165]
Heerstraßen: S.165.
Heerstrat in Hasselhorst (Bohlenausgrabungen)
Trannenbarg - Wietze, Bollersen, Hasselhorst
Trannbusch - Weesen
Trannloh - Diesten
Trannenwisch - Hohnhorst, Wohlenrode
Taternbusch - Gr.Hehlen, Schmarbeck
Jippendal - Beckedorf
Geldbusch - Wathlingen
..... hier mußten laut Erlass: "Zigeuner und anderes Gesindel" ( einfache Reisende) übernachten
Auch:
Pulverfahrer - Pulverberg in Bergen
Ochsendrift, Kuhtrift - GroßHehlen
Kälbertrift - Klein Hehlen
Jeverser Ochsentrift - Wietzenbruch
Die große Trift - Wieckenberg
Hornbostler Trift - Steinförde
Schweinemast (in Eichenwäldern) |
Mastbruch - Wolthausen
Masthöweken - Wiedenrode
Sweensweg zum Becklinger Holz - Hasselhorst
Schafhaltung |
Die Schafe auf dem Weg zur Weide bekamen in feuchtem Gebiet Dämme aufgeworfen:
Schapdamm - Oldendorf, Ohlhof, Lohe, Manhorn
Schapers Damm - Heese
Dammskamp - Scharnhorst
Ruheplatz der Schafe (Graben-Wall-Graben) =settel
Settel - Poitzen
Barkensettel - Schmarbeck
Schaperhütten - Manhorn und Ohlhof
Hirten [Q.1, S.150] |
Die Hirten eines Dorfes lebten häufig gemeinsam.
Heerkothen - Gr.Eicklingen
Heerhus - Kl.Eicklingen
Heierhus - Wietze
Heergorn (Hirtengarten) - Nordburg
Bormbeck (börmen=Vieh tränken) - Scharnhorst
Bienenzucht: |
Die Bienenzucht war in der Heide immer eng mit der Schnuckenzucht verknüpft, da die Schnucken die zahlreichen Spinnweben niedertreten, in denen sonnst der Großteil der Bienen verendet.
Lohmanns Immentun - Wietze
Lentzschen Immentun - Bleckmar
Schaulmesters Immentun - Lohe
Immenhege - Wittbeck
Immentuns Busch - Ohlhof
Flachsanbau, -verarbeitung: [Q. 1, S.154-155] Der Flachsanbau und somit die Leinenherstellung war weit verbreitet in der Südheide, bis u.a. Baumwollimporte selbigen unrentabel werden ließen ; Flaßrieth - Bredebeck
Plaggenmischkamp - Habighorst
Im Feldbrand wurden die luftgetrockneten, handgeformten Ziegel gebrannt. Teilgrund - Hörsten, Lohe
"Wischen sünd de Seele von´n Burhoff!" Sprichwort der Hermannsburger Gegend. Staukoppel - Oppershausen Die 1538 angelegten "Neuen Wiesen" bei Meißendorf gelten als älteste Stauwiesenanlage im LK. Erste Stauanlagen sogar 1476 nachgewiesen, Teile vermutlich noch älter.
Rest-Hudewald im Wachholderpark im Allertal
Dat ole Dörp - Hambühren, Südwinsen [vgl.Q.2, S.23, Abbenburen 1200] Grund (in allen Fällen?) waren Wanderdünen, die die Äcker verschütteten Helmsbostel - Helmerkamp - bostel deutet den Ursprung durch einen Einzelhof an. [Q.2]
1. Alpers, Paul / Barenscheer, Friedrich: Die Flurnamen des Kreises Celle. Band20. |