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Der Landkreis informiert
28. August 2017
32. Heimatkreistreffen des Patenkreises Belgard-Schivelbein

Veranstaltung begleitet von Ausstellung zu Johannes Bugenhagen - Wegbereiter der Reformation an Luthers Seite

Gedenkstein und Kränze in den Triftanlagen (Foto: Landkreis Celle)

Gedenkstein und Kränze in den Triftanlagen (Foto: Landkreis Celle)

Celle (lkc). Am 26. August 2017 fand beim Landkreis Celle das 32. Heimatkreistreffen des Patenkreises Belgard-Schivelbein statt, das alle 2 Jahre durchgeführt wird.

Rund 100 Mitglieder des Heimatkreises gedachten bei dieser Veranstaltung der Opfer von Flucht und Vertreibung. In seinem Grußwort sagte Landrat Klaus Wiswe: „Durch das Heimatkreistreffen wird bereits zum 32. Mal die mahnende Erinnerung an Flucht und Vertreibung persönlich aufrechterhalten. Dies ist ein eigens aktiv gestaltetes Denkmal, das nach über 70 Jahren Kriegsende lebendig gehalten wird." Durch diese Erinnerungskultur werde die Geschichte und Kultur Pommerns gepflegt und gefördert. Gleichzeitig gelte sie allerdings auch als Warnung, Aufklärung und Information von nachfolgenden Generationen, um ein Vergessen zu verhindern.

Zudem wurde beim diesjährigen Heimatkreistreffen, als zeitgleiches Jahr zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, eine Wanderausstellung zu Johannes Bugenhagen vorgestellt. Johannes Bugenhagen (1485-1558) war neben Melanchthon einer der wichtigsten Mitstreiter der Reformation an Luthers Seite. Der gebürtige Pommer, auch Dr. Pomeranus genannt, wirkte als gelehrter Bibelausleger und charismatischer Stratege und hielt neben dem vielfältigen Pfarrdienst Bugenhagen Vorlesungen an der Universität zu Wittenberg. Zahlreiche seiner Kommentare zu alt- und neu-testamentarischen Publikationen erschienen in hohen Auflagen im Buchdruck und sein Ruf als reformatorischer Schriftenausleger machte ihn weit über die Grenzen des Reiches bekannt. Johannes Bugenhagens großes Wirkungsfeld war die praktische Umsetzung der Reformation in der Entwicklung neuer Kirchenordnungen. In Dänemark und Norwegen wäre das Lutheranertum ohne ihn nicht zur Staatskirche geworden.

Bugenhagen manifestierte vom Evangelium heraus den Gedanken der Nächstenliebe auch in einem humaneren Schulwesen, an dem nicht nur gut situierte Menschen zu Bildung gelangen konnten. Neu war hierbei, dass er auch Mädchen in gesonderten Einrichtungen den Schulunterricht ermöglichte. Johannes Bugenhagens maßgebliches Wirken für das Gelingen der Reformation geriet im 20. Jahrhundert immer mehr in Vergessenheit. In der Wanderausstellung geben Auszüge aus seinen Schriften, versehen mit Zitaten, die Essenz seiner theologischen Einsichten wieder.

Diese Wanderausstellung zum Lutherjahr beleuchtet das Leben und Werk Johannes Bugenhagens, dem Wegbereiter der Reformation. Sie ist ein Projekt der Pommerschen Landsmannschaft Bayern und von der Kuratorin und Landeskulturreferentin Martina Kerl konzipiert.

Besucher sind dazu eingeladen, sich die Ausstellung anzusehen. Im Foyer des Neuen Kreistagssaals in der Trift 26, 29221in dessen Jahr auch Celle wird die Wanderausstellung noch bis zum 11. September 2017 zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu sehen sein.