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Der Landkreis informiert
27. Oktober 2017
Blitzlicht gegen Wildunfälle

Kreis testet neue Reflektoren zwischen Eicklingen und Bundesstraße 214

Celle (lkc). Sie sehen aus wie kleine Lichterorgeln und genau das sollen die Wildtierampeln auch sein. Die Kreisstraßenmeisterei testet derzeit neue Reflektoren an der Kreisstraße 55 zwischen der Bundesstraße 214 und Eicklingen.

„Mit den bisherigen blauen Reflektoren haben wir schon gute Erfahrungen an einigen Stellen gemacht, aber Wildunfälle bleiben weiterhin ein Problem", sagt Holger Gralher, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Celle. Deshalb sollen jetzt die neuen Ampeln getestet werden.
Der Kreisjägermeister Hans Knoop ist zuversichtlich, dass damit gute Erfolge erzielt werden. „Ich habe schon mal ein paar von den neuen Ampel installiert und mir das in der Dunkelheit angeschaut", sagt Knoop. Die neuen Ampeln beginnen nach seiner Beobachtung ein regelrechtes „Blitzlichtgewitter", wenn die Scheinwerfer eines Autos auf sie treffen.

Auch der Hersteller wirbt mit diesen Lichtblitzen. Diese würden das stärker ausgeprägte Bewegungssehen und nicht alleine das Nachtsehen durch die Farbe blau bei den Wildtieren ansprechen, heißt es in der Produktbeschreibung. Zur Vermeidung eines Gewöhnungseffektes bei den Wildtieren, so der Hersteller weiter, seien die Reflektoren in Farbtönen des gesamten Lichtspektrums von Wildtieren abgelegt. Außerdem variiere die Anordnung der farblichen Reflektoren im Grundkörper. So ergebe sich für jede Ampel ein anderes individuelles Lichtbild.
Nach Einschätzung des Kreisjägermeisters werden die Lichtblitze die Autofahrer nicht irritieren. „Die Reflektoren sind so ausgerichtet, dass sie in den Wald strahlen. Davon bekommen die Fahrer der Wagen nichts mit", sagt Knoop.

Die Ampel hat noch eine zweite Vorrichtung, die das Wild vom Überqueren der Straße abhalten soll. So befindet sich in dem Plastikbehälter auch ein Duftkissen. Dieses wird mit einer synthetischen Substanz eingesprüht, die auf Wildtiere eine abschreckende Wirkung hat. „Das ist schon ziemlich intensiv. Würde einem die Spraydose im Auto kaputt gehen, würde man den Geruch nie wieder rausbekommen", sagt Gralher. Alle drei Monate müssen die Kissen mit dem Duftstoff eingesprüht werden. Das würden die Jagdausübungsberechtigten in diesem Fall übernehmen.

Für die Testphase hat der Kreis jetzt zunächst 100 Wildampeln angeschafft. Sollte der Versuch erfolgreich sein, könnten nach und nach weitere Straßen mit der neuen Ampel ausgestattet werden.

1. Reihe stehend (von links): Heinz Schümer (Initiator und Jäger), Karl-Heinz Markgraf (Jagtpächter), Karl-Heinz Kroll (Polizei), Heiner Meyer (Jagtpächter)

2. Reihe kniend (von links): Hans Knoop (Kreisjägermeister), Holger Gralher (Leiter Kreisstraßenmeisterei), Carsten Horn (Streckenwart der Kreisstraßenmeisterei).

Foto: Landkreis Celle