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Der Landkreis informiert
02. Januar 2018
Der Rettungsdienst im Landkreis Celle wird 2018 neu ausgeschrieben

Celle (lkc). Der Rettungsdienst im Landkreis Celle wird 2018 neu ausgeschrieben. Der Landkreis Celle erarbeitet zudem derzeit einen neuen Bedarfsplan, um die Versorgung der Bevölkerung in diesem Bereich auch künftig sicherzustellen.

Das dafür beauftragte Bedarfsplangutachten liegt nun vor; es enthält vor allem die Standortplanung der Rettungswachen und die Anzahl der Fahrzeuge, die nötig sind. Dabei müssen die Standorte der einzelnen Rettungswachen so platziert sein, dass jeder Einsatzort innerhalb von 15 Minuten erreicht werden kann. Der Gesetzgeber sieht diese Frist vor und hat festgelegt, dass in mindestens 95 von 100 Einsätzen diese Zeit eingehalten werden muss. Da noch zwei Minuten für die Notrufbearbeitung und die Ausrückezeit gerechnet werden müssen, liegt die Fahrzeit, die zur Verfügung steht, bei maximal 13 Minuten.

Bisher hat der Landkreis Celle mit den Nachbarlandkreisen Uelzen und Gifhorn in einigen Bereichen zusammengearbeitet, um diese Hilfsfristen sicherzustellen. „Da sich das Einsatzaufkommen aber erhöht und die Sicherstellung der rettungsdienstlichen Leistungen aus den Nachbarkreisen nicht mehr vollständig gewährleistet ist, will der Landkreis künftig das gesamte Gebiet wieder in eigener Regie abdecken", sagt Landrat Klaus Wiswe.
Um die Fahrzeiten genau zu ermitteln, hat es vor einiger Zeit eine Testbefahrung des gesamten Straßennetzes gegeben. Die Zeiterfassung umfasste über 1000 Kilometer Straße. Auf Grundlage dieser Befahrung wurde jetzt noch einmal eine Simulation vorgenommen, um die aktuellen Fahrzeiten zu ermitteln. Zudem wurde das Einsatzaufkommen eines Jahres ausgewertet.

Dabei wurde festgestellt, dass die Abdeckung in großen Teilen ausreichend ist. Allerdings können die Hilfsfristen im Bereich Hohne und Spechtshorn sowie Unterlüß mit den gegenwärtigen Standorten nicht immer eingehalten werden. Daher schlagen die Gutachter eine Verlegung der Wache in Wienhausen nach Lachendorf vor. Außerdem soll ein Fahrzeug aus der Station in Beckedorf nach Hermannsburg verlegt werden. Die Rettungswache in Winsen soll innerhalb des Ortes verlegt werden. Mit Hilfe dieser Verschiebungen erwartet der Gutachter, dass die Hilfsfrist wieder im gesamten Landkreis im vorgegeben Rahmen von 15 Minuten liegen wird.

Unabhängig davon wird auch der Rettungsdienst neu ausgeschrieben, weil die bisherige Beauftragungszeit am 30. September 2018 ausläuft. Der Gesetzgeber sieht hier in regelmäßigen Abständen Neuvergaben vor. Das letzte Mal wurden diese Leistungen 2008 beauftragt. Inzwischen hat sich das Vergaberecht für rettungsdienstliche Leistungen auf nationaler und europäischer Ebene so verändert, dass der Landkreis zur Sicherheit eine Anwaltskanzlei eingeschaltet hat, um Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und das Verfahren zu begleiten.

Die Gutachter haben ein förmliches Vergabeverfahren empfohlen. Dieses wird derzeit vorbereitet. Dafür ist die Festlegung der Standorte wichtig, weil natürlich entschieden werden muss, wie viele Rettungsfahrzeuge wo vorgehalten werden müssen. Finanziert wird der Rettungsdienst des Landkreises Celle vollständig durch die Krankenkassen als Kostenträger.