Skabies/Krätze

Merkblatt des Gesundheitsamtes

Skabies - was ist das? (von lateinisch scabo = ich kratze)

Skabies ist eine Hauterkrankung, die in den letzten Jahren wieder eine stärkere Verbreitung in Mitteleuropa findet. Sie wird hervorgerufen durch Sarcoptes scabiei, eine kugelige 0,3 - 0,4 mm große Milbe, die in der Haut an der unteren Grenze der Hornschicht Gänge "gräbt". Man schätzt, dass eine weibliche Milbe in ihrem 2 bis 3 Monate dauernden Leben etwa 50 Eier in das Ende eines Milbenganges legt. Aus den Eiern schlüpfen nach 3 - 4 Tagen die Larven aus, deren Geschlechtsreife etwa 3 Wochen dauert. Die Männchen halten sich nur in den oberen Hautschichten auf und sterben bald nach der Befruchtung der Weibchen ab.

Infektionswege:
Die Übertragung der Milbe erfolgt direkt von Mensch zu Mensch, am häufigsten in der "Bettwärme". Aber auch eine mittelbare Ansteckung durch (Bett-) Wäsche, Decken, Kleidungsstücke, Handtücher o.ä. ist möglich.
Krätze ist normalerweise eine seltene Erkrankung, häuft sich jedoch bei ungünstigen hygienischen und sozialen Wohnverhältnissen und tritt bevorzugt in der kalten Jahreszeit auf.

Erscheinungsbild der Krätze:
Das wichtigste Kennzeichen ist der Milbengang in der Haut. Dieser stellt sich als eine schmale wellige Linie von 1,5 - 2 cm Länge dar, die die natürlichen Hautfalten durchkreuzt. Durch eingelagerte Schmutzteilchen ist eine dunkle Verfärbung möglich und dann leicht erkennbar. Am Ende eines Milbenganges, in dem sich die Milbe aufhält, zeigt sich oft ein Knötchen, Bläschen oder nach Aufplatzen auch eine Kruste.

Zu einer exakten (haut-) ärztlichen Diagnose gehört auch der Nachweis der Milbe und ihrer Eier. Die Milbe wird mit einer Stecknadelspitze aus dem Gang herausgehoben. Sie ist mit bloßem Augen gerade noch erkennbar und unter dem Mikroskop bei schwacher Vergrößerung nachweisbar.
Die in die Haut eingedrungene Milbe verursacht besonders bei Wärme Juckreiz, der zwar am Tage noch erträglich ist, aber in der Bettwärme deutlich zunimmt. Die Haut reagiert mit entzündlichen Veränderungen bis hin zu Eiterbläschen. Durch das Aufkratzen können zusätzliche bakterielle Infektionen auftreten. Bei einer länger bestehenden Krätze werden auch Hautekzeme beobachtet. Für gewöhnlich wird das Allgemeinbefinden nicht wesentlich beeinträchtigt - bis auf den zum Teil erheblichen Juckreiz. Dieser kann sogar nach einer Ausheilung noch länger bestehen bleiben.

Typische befallene Hautstellen:
Dies sind vor allem weiche Haut (zwischen den Fingerfalten), an Handgelenksbeugen, vorderen Achselfalten, Umgebung der Brustwarzen und des Bauchnabels sowie im Genitalbereich. Kopf und Rücken bleiben meist frei. Bei Säuglingen ist während der Stillphase eine Übertragung durch die Mutter möglich.

Medizinische Behandlung der Krätze:
Die Behandlung muss von einem (Haut-) Arzt durchgeführt und überwacht werden. Auch in der Haus-/ Wohngemeinschaft lebende Personen sind zu untersuchen und ggf. mitzubehandeln.
Es stehen mehrere äußerlich anwendbare Präparate zur Verfügung, wobei die Gebrauchsanleitungen auf den Packungsbeilagen streng zu beachten sind, um mögliche Rückfälle zu vermeiden. Neuerdings gibt es auch innerliche Behandlungsmöglichkeiten mit Tabletten. Auskünfte dazu erteilen behandelnde Ärzte und Apotheker.

Hygienische Maßnahmen für den häuslichen Bereich:
Im Kochwaschgang werden die Krätzmilben und deren Eier sicher abgetötet. Während der medikamentösen Behandlung sollten Leib-, Bettwäsche und Handtücher möglichst täglich gewechselt werden. Oberbekleidung ist häufig und intensiv (im Freien!) zu lüften. Gründliches Reinigen anderer Gegenstände wie Kämme, Bürsten o.ä. ist ebenfalls wichtig.

Abschließender Hinweis:
Nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (§34 IfSG) dürfen an Skabies erkrankte Personen Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Schulen und Kindergärten) nicht besuchen. Eine Wiederzulassung ist erst nach Vorliegen einer Unbedenklichkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes oder des Gesundheitsamtes erlaubt.

Für Rückfragen steht das Gesundheitsamt Celle unter Telefon05141 / 916 5000 gern zur Verfügung.