Lebensmittelinfektionen durch Salmonellen, Yersinien, Campylobacter und andere Mikroorganismen

Merkblatt des Gesundheitsamtes
Jeder hat schon einmal über die berüchtigten Erreger von Lebensmittelinfektionen etwas gehört. Ob es sich nun um eine Massenerkrankung in einem Altenheim oder in einem kleinen Imbiss an der Ecke handelt, es gilt das Vorurteil: Salmonellen, da muss es ja dreckig zugehen.

Lebensmittelinfektionen haben in der Regel nichts mit "Dreck" zu tun. Diese Bakterien siedeln am häufigsten auf tierischen Lebensmitteln oder daraus hergestellten Produkten, aber meist in einer nicht krankmachenden Menge.


Salmonellen haben die Eigenschaft, sich unter guten Vorrausetzungen (Wärme) alle 20 Minuten zu teilen. Darum gilt: eingekaufte Fleisch- und Eiprodukte immer sofort in den Kühlschrank (Temperatur 2-8°C) - Geflügel dort getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren!

Beim Zubereiten ist es wichtig, die Abtauflüssigkeiten von Hähnchen sofort zu entsorgen und das Gefäß mit geeignetem Spülmittelzusatz heiß auszuwaschen. Nun bereiten Sie das Geflügel auf einer Arbeitsfläche zu. Dann kommt es in den Backofen, weil durch Braten, Backen, Kochen über 10 min. mit mindestens 70-80 °C die Bakterien abgetötet werden. Die Arbeitsfläche wird mit einem Handtuch "sauber" gewischt und anschließend der Salat zubereitet. Oder war doch nicht alles "sauber?" Es kann passieren, dass Sie so einige Bakterien an den Salat gebracht haben und es dann doch zu einer Lebensmittelinfektion kommt. wenn die Bakterien sich bei günstigen Umgebungsbedingungen rasch vermehren konnten.

Mikrowellen sind in unserer Zeit eine enorme Erleichterung im Haushalt. Lebensmittel vom Vortag können einfach wieder aufgewärmt werden. Aber Vorsicht: Außen ist es heiß genug, die Kerntemperatur liegt aber meist unter 70°C. Deshalb soll Mann/Frau Lebensmittel in der Mikrowelle nicht nur kurz erhitzen, sondern ruhig ein paar Minuten länger.


Nun hat Sie doch eine Lebensmittelinfektion erwischt! Was nun?

Der erste Schreck kommt, sobald "die vom Gesundheitsamt" auftauchen und etwas von den "Seuchengesetzen" erzählen. Die "Seuche" im Haus; welche Schande und was sollen die Nachbarn denken !

Meistens sind die Symptome wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen schon abgeklungen und es geht Ihnen wieder gut. Die Bakterien können aber über den Stuhl noch für Wochen und manchmal Monate ausgeschieden werden. Nicht das Händeschütteln oder aus einer gemeinsamen Tasse trinken ist ansteckend, sondern nur der Stuhl ist infektiös, wenn die Hygiene nach dem Toilettengang nicht stimmt.

Darum benutzen Sie nach dem Stuhlgang immer ein Händedesinfektionsmittel. Ihre Leibwäsche und Handtücher sollten Sie in den Kochwaschgang geben.
Personen, die im Lebensmittelbereich tätig sind, dürfen mit einer Lebensmittelinfektion nicht arbeiten. Hierzu erhalten Sie weitere Informationen direkt vom Gesundheitsamt.


Nun noch ein letztes: immer wieder werden wir gefragt, warum im Regelfall nicht mit Antibiotika behandelt wird. Im menschlichen Darm tummeln sich eine Vielzahl von Bakterien, die für unseren Körper wichtig sind. Bei einer antibiotischen Therapie wird die natürliche Darmbesiedlung (Darmflora) zerstört. Deshalb gibt man dem Körper (und Immunsystem!) die Zeit, sich selbst zu heilen - und das klappt zumeist.

Weitere Informationen finden Sie auf den nächsten Seiten aus der zurzeit leider nicht mehr erhältlichen Broschüre "Geselle Salmonelle und andere Übeltäter", die die Firma Sagrotan in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entworfen hat.

Ihr Gesundheitsamt Celle


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