Hinweise zu meldepflichtigen Krankheiten nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) vom 20.07.2000

A) Bei folgenden Krankheiten sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung und der Tod meldepflichtig

  • Botulismus
  • Cholera
  • Diphtherie
  • humane spongiforme Enzephalopathie, außer familiär-hereditäre Formen
  • akute Virushepatitis
  • enteropathisches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
  • virusbedingtes hämorrhagisches Fieber
  • Masern
  • Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis
  • Milzbrand
  • Mumps
  • Pertussis
  • Poliomyelitis (als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
  • Pest
  • Tollwut
  • Typhus abdominalis / Paratyphus
  • Varizellen

B) Die Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt besteht außerdem für folgende Tatbestände:

  • Tuberkulose: Die Erkrankung und der Tod an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose, auch wenn ein bakteriologischer Nachweis nicht vorliegt.
    Wenn Personen, die an einer behandlungsbedürftigen Lungentuberkulose leiden, eine Behandlung verweigern oder abbrechen.
  • Gastroenteritis: Der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder
    an einer akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn
    a) eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Lebensmittelbereich ausübt,
    b) zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,
  • Tollwut: Die Verletzung eines Menschen durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder -ansteckungsverdächtiges
    Tier sowie die Berührung eines solchen Tieres oder Tierkörpers.
  • Impfreaktion: Der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen
    Schädigung.
  • Gefahr: Wenn nicht bisher genannt, das Auftreten
    a) einer bedrohlichen Krankheit oder
    b) von zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein
    epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,
    wenn dies auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.

C) Wann muss die Meldung erfolgen:

Die namentliche Meldung muss unverzüglich, spätestens innerhalb von 24 Stunden nach erlangter Kenntnis gegenüber dem für den Aufenthalt des Betroffenen zuständigen Gesundheitsamt erfolgen. Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden. Die Nachmeldung oder Korrektur von Angaben hat unverzüglich nach deren Vorliegen zu erfolgen.
Bestätigt sich ein Verdacht, so muss dies dem Gesundheitsamt nicht mitgeteilt werden, wohl aber wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt hat, um dem Gesundheitsamt unnötige Arbeit zu ersparen. Der Tod gilt als neuer meldepflichtiger Tatbestand.

Hinweise zum Meldeformular für meldepflichtige Krankheiten

  • Patient/in: Unter Aufenthalt ist z.B. auch das Krankenhaus bei stationärer Behandlung oder evtl. ein Hotel zu nennen.
  • Meldetatbestand: zu Nr. 1: Hier ist die Krankheit aus der Tabelle A.) einzutragen. Bei Hepatitis ist bereits bei dem Verdacht auf eine virale Genese eine Meldung zu erstatten, auch wenn der Erreger noch nicht bekannt ist.
    zu Nr. 2-4: Unter B) ist der Wortlaut des Gesetzestextes abgedruckt. Entsprechend diesen Erläuterungen ist der
    jeweilige Tatbestand anzukreuzen.
    Leitsymptome, diagnoserelevante Kriterien: In diesem Feld werden die Leitsymptome und diagnoserelevanten Kriterien eingetragen. Außerdem können ergänzende Anmerkungen gemacht werden. Dies können Angaben zum Erreger bei Nr. 2-3 sein, falls dieser bekannt ist, oder Bemerkungen zu erweiterten Tatbeständen wie z.B. bei Tuberkulose und Tollwut.
  • Erregerdiagnostik: Die Angaben zum Labor sind für die weitere Ermittlungstätigkeit des Gesundheitsamtes notwendig.
  • Aufenthalt: Die Angaben ermöglichen dem Gesundheitsamt den Verlauf der Erkrankung zu erfragen. Sie können sich
    auch auf zurückliegende Aufenthalte beziehen, sofern diese mit der Krankheit in Verbindung stehen.
  • Infektionsquelle: Unter dieser Rubrik können vermutete Infektionsquellen angegeben werden. Diese können sich auf Personen, Produkte, wie Lebensmittel, bestimmte Einrichtungen, vor allem aber auch Aktivitäten, wie z.B. Besuch einer Feier oder Reisetätigkeit beziehen. In zweiten Fall sollten die bereisten Länder aufgeführt werden. Bei Tuberkulose ist grundsätzlich das Geburtsland und die Staatsangehörigkeit einzutragen.
  • Umgebungsrisiken: Liegen bei Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind oder dort betreut werden oder im Lebensmittelbereich arbeiten, übertragbare Krankheiten vor, so muss das Gesundheitsamt besondere Maßnahmen veranlassen. Diese Angaben sind daher für die Verhinderung der Weiterverbreitung wesentlich.
  • Impfung: Falls bekannt kann hier der Imfpstatus in Bezug auf die meldepflichtige Krankheit angegeben werden.

 


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ihr Gesundheitsamt Celle!

Ansprechpartner / Funktion:

Carsten Bauer
Amtsarzt
Zimmer: 127
Telefon: 05141 / 916 5001
E-Mail: Carsten.Bauer@lkcelle.de

Juan Spannhoff
Arzt im Gesundheitsamt
Zimmer: 123
Telefon: 05141 / 916 5002
E-Mail: Juan.Spannhoff@lkcelle.de

Michael Preißner
Gesundheitsaufsicht
Zimmer: 133
Telefon: 05141 / 916 5012
E-Mail: Michael.Preissner@lkcelle.de

Stefanie Constabel
Gesundheitsaufsicht
Zimmer: 132
Telefon: 05141 / 916 5013
E-Mail: Stefanie.Constabel@lkcelle.de

Anne Bosse
Gesundheitsaufsicht
Zimmer: 132
Telefon: 05141 / 916 5014
Anne.Bosse@lkcelle.de

Angela Dölle
Gesundheitsaufsicht
Zimmer: 32
Telefon: 05141 / 916 5015
E-Mail: Angela.Doelle@lkcelle.de

Peter Anders
Gesundheitsaufsicht
Zimmer: 33
Telefon: 05141 / 916 5010
E-Mail: Peter.Anders@lkcelle.de