Noroviren

Merkblatt des Gesundheitsamtes

Die Noro-Viren sind weltweit verbreitet und werden überwiegend von Mensch zu Mensch (fäkal-oral durch Schmierinfektionen – „Hand zu Mund“ aber auch über Aerosole) übertragen. Dieses Virus ist neben dem Rotavirus die häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen und hinterlässt nicht immer einen langanhaltenden Infektionsschutz. Auch ältere Menschen können erkranken. Von Februar bis April werden die höchsten Zahlen von Noro-Virusinfektionen registriert, deshalb wird sie auch Winter-Enteritis genannt.

  • Fieber, Erbrechen und wässriger Durchfall sind typische Symptome, aber nicht alle Infizierten erkranken. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen müssen häufig wegen drohender Austrocknung im Krankenhaus behandelt werden.
  • Die Inkubationszeit  beträgt 1 - 2 Tage, d.h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitszeichen. Das hochansteckende Virus wird in großer Menge schon einen Tag vor Erkrankungsbeginn mit dem Stuhl ausgeschieden und ist dann im Labor nachweisbar. Virusausscheidung ist auch nach Abklingen der Symptomatik noch einige Tage möglich.

Was ist im häuslichen Bereich zu beachten?

  • Nach jedem Stuhlkontakt (z.B. Windelwechsel, Toilettengang) gründliche Händereinigung! Zusätzlich sinnvoll ist eine Händedesinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel (Mittel erhältlich in Apotheken).
  • Benutzte Einmalwindeln nur verpackt (z.B. Plastiktüte) in den Hausmüll!
  •  Textilwindeln sind im Kochwaschgang zu waschen!
  • Auf glatten Flächen (z.B. Wickeltisch) können Viren über mehrere Tage ansteckungsfähig bleiben. Auch hier ist eine Wischdesinfektion nützlich (Mittel erhältlich in Apotheken).
  • Mit Stuhl und Erbrochenem beschmutzte Wäsche in den Kochwaschgang! Ist dies nicht möglich, wird eine Aufbereitung der Wäsche mit desinfizierenden Zusätzen empfohlen.

Noro-Viren sind meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Erkrankte Kinder dürfen Krippen, Kindergärten- und Tagesstätten, Kinderhorte,  Heime, Ferienlager und ähnliche Gemeinschaftseinrichtungen nach § 34 IfSG nicht besuchen. Die Einrichtung sollte erst 2 Tage nach dem Abklingen der klinischen Symptome wieder besucht werden. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.

Ebenso dürfen erkrankte Personen nicht in Lebensmittelberufen (definiert in § 42 IfSG) tätig sein. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit sollte frühestens 2 Tage nach dem Abklingen der klinischen Symptome erfolgen. In den folgenden 4–6 Wochen ist die Händehygiene am Arbeitsplatz besonders sorgfältig zu beachten.

Es empfiehlt sich, dass erkrankte Personen während der symptomatischen Phase keine betreuenden Tätigkeiten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen ausüben.

Beratung durch behandelnde Haus- sowie Kinder- & Jugendärzte und das Gesundheitsamt

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

Robert Koch Institut

Hinweise zur Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen