Bekämpfung der Schwarzarbeit

Schwarzarbeit leistet, wer Dienst- oder Werkleistungen erbringt oder ausführen lässt und dabei

  • als Arbeitgeber, Unternehmer oder versicherungspflichtiger Selbstständiger seine sich auf Grund der Dienst- oder Werkleistungen ergebenden sozialversicherungsrechtlichen Melde-, Beitrags- oder Aufzeichnungspflichten nicht erfüllt,
  • als Steuerpflichtiger seine sich auf Grund der Dienst- oder Werkleistungen ergebenden steuerlichen Pflichten nicht erfüllt,
  • als Empfänger von Sozialleistungen seine sich auf Grund der Dienst- oder Werkleistungen ergebenden Mitteilungspflichten gegenüber dem Sozialleistungsträger nicht erfüllt,
  • als Erbringer von Dienst- oder Werkleistungen seiner sich daraus ergebenden Verpflichtung zur Anzeige vom Beginn des selbständigen Betriebes eines stehenden Gewerbes (§ 14 der Gewerbeordnung) nicht nachgekommen ist oder die erforderliche Reisegewerbekarte (§ 55 der Gewerbeordnung) nicht erworben hat,
  • als Erbringer von Dienst- oder Werkleistungen ein zulassungspflichtiges Handwerk als stehendes Gewerbe selbständig betreibt, ohne in der Handwerksrolle eingetragen zu sein (§ 1 der Handwerksordnung).


Die Ausübung von Schwarzarbeit verursacht schwerwiegende wirtschafts- und sozialpolitische Schäden. Sie verhindert die Entstehung neuer Arbeitsplätze und damit den Abbau von Arbeitslosigkeit, gefährdet bestehende Arbeitsplätze und belastet die Sozialkassen. Schwarzarbeit nimmt den Marktbeteiligten die Chancengleichheit und verfälscht den Wettbewerb. Durch den unfairen Wettbewerb werden viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Sie können im Preiskampf gegen die oft erheblich preiswerteren illegalen Anbieter nicht bestehen. Darüber hinaus beeinträchtigt die Schwarzarbeit durch mangelnde Gewährleistung die Verbraucherinteressen. Weiter werden in vielen Fällen steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Verpflichtungen nicht beachtet. Dadurch entstehen dem Staat und der Versicherungsgemeinschaft Ausfälle an Steuern und Beiträgen in Milliardenhöhe.


Der Landkreis Celle bekämpft die unberechtigte Gewerbe- und Handwerksausübung sowohl im Stadt- als auch im Kreisgebiet. Die Ausübung von Schwarzarbeit stellt Ordnungswidrigkeiten dar, die mit Geldbußen von bis zu 50.000 € geahndet werden können. Der Landkreis Celle als kommunale Schwarzarbeitsbekämpfungsbehörde arbeitet mit einer Vielzahl anderer Behörden (insbesondere dem Hauptzollamt, Krankenversicherungsträgern, Finanzbehörden, Unfallversicherungs-, Rentenversicherungs- und Sozialhilfeträgern, Gewerbeaufsichtsämter, Polizeibehörden, Staatsanwaltschaften etc.) zusammen. Als Ergänzung zu unseren eigenen Ermittlungen, wie Außendiensttätigkeiten, ist es jedoch wichtig, weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Diese Hinweise stellen einen unverzichtbaren Bestandteil der effektiven Bekämpfung der Schwarzarbeit dar. Die Anzeigen können auch anonym übermittelt werden.

Damit Ermittlungen aufgenommen werden können, sind möglichst konkrete Darstellungen des Sachverhalts notwendig. Allein der Hinweis, dass jemand Schwarzarbeit erbringt, lässt keine Erfolg versprechenden Ermittlungen zu. Hilfreich sind insbesondere Angaben zu folgenden Fragen:

Wer arbeitet?
Wer ist der Auftraggeber?
Wo wird gearbeitet?
Welche Arbeiten werden verrichtet?
Seit wann wird gearbeitet?
Welche Fahrzeuge?
Kennzeichen?
Wie lange werden die Arbeiten voraussichtlich noch andauern?
Wann wird gearbeitet?

Falls Sie schriftlich eine Anzeige machen möchten, können Sie folgenden Vordruck verwenden:

Vordruck "Anzeige Schwarzarbeit" pdf-Datei zum Download


Auch der Zoll geht gegen Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber vor!

Sobald der Gewerbetreibende in seiner Funktion als Arbeitgeber Pflichten verletzt, ist nicht der Landkreis, sondern insbesondere das Hauptzollamt zuständig.

Aufgaben und Befugnisse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Die Behörden der Zollverwaltung prüfen nach § 2 Abs. 1 SchwarzArbG:

  • die Einhaltung der sozialversicherungsrechtlichen Meldepflichten des Arbeitgebers nach § 28a Sozialgesetzbuch IV (SGB IV)
  • im Zusammenhang mit Dienst- und Werkleistungen den Missbrauch von Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und III (SGB II und III) sowie dem Altersteilzeitgesetz (AltTZG)
  • die Bescheinigung der Angaben des Arbeitgebers im Zusammenhang mit Leistungen nach dem SGB III
  • ob Arbeitgeber bestimmter Branchen den Tag des Beginns des Beschäftigungsverhältnisses spätestens bei dessen Aufnahme an die Datenstelle der Deutschen Rentenversicherung gemeldet haben, sogenannte Sofortmeldung
  • ob die Arbeitsbedingungen nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) eingehalten werden oder wurden
  • ob bei ausländischen Arbeitnehmern die erforderlichen Arbeitsgenehmigungen bzw. Aufenthaltstitel vorliegen
  • die Einhaltung der steuerlichen Pflichten

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.zoll-stoppt-schwarzarbeit.de


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