FFH 99 Bohlenbruch

(Eindruck aus dem FFH-Gebiet Bohlenbruch)
(Eindruck aus dem FFH-Gebiet Bohlenbruch / Foto: Landkreis Celle)

Ausweisungs- und Beteiligungsverfahren

Aufgrund der Vorgaben aus der FFH-Richtlinie (92/43/EWG – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie-) der Europäischen Union ist der Landkreis Celle verpflichtet, FFH-Gebiete unter Beachtung bestimmter Vorgaben zu sichern. Die bestehende Naturschutzgebietsverordnung vom 10.12.1985 wird im Rahmen der Ausweisung einer neuen Naturschutzgebietsverordnung außer Kraft treten und somit wird das Gebiet entsprechend dem europarechtlichen Vorgaben gesichert. Eine Neuausweisung ist geboten, da die notwendigen Änderungen zu umfangreich sind.

Im Rahmen des ersten Beteiligungsverfahrens wurde der Öffentlichkeit und den betroffenen Behörden und  Gemeinden im Zeitraum von März bis Mai 2017 Gelegenheit gegeben, Stellung zu einem ersten Verordnungsentwurf zum NSG "Bohlenbruch" zu nehmen. Aufgrund eines zwischenzeitlich ergangenen Erlasses des Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz vom 20.02.2018 war eine wesentliche Änderung des Verordnungsentwurfes notwendig, so dass eine Wiederholung des Auslegungsverfahrens geboten ist.

Die wesentliche Änderung am Verordnungsentwurf betrifft die Nutzungsauflagen für Wald-Lebensraumtypen nach § 4 Abs. 5 NSG-Verordnung. Hierfür ist im NSG "Bohlenbruch" je Wald-Lebensraumtyp ein Gesamterhaltungszustand zugrunde zu legen. Somit sind für Einzelflächen mit dem Erhaltungszustand "A" aufgrund ihres geringen Flächenanteils keine separaten Nutzungsauflagen vorgesehen, sondern sind entsprechend des Erhaltungszustandes "B/C" zu beauflagen.

Daher wird im Rahmen des Ausweisungsverfahrens des Naturschutzgebietes (NSG) zur Sicherung des FFH-Gebietes 99 "Bohlenbruch" das Beteiligungsverfahren gemäß § 14 Abs. 1 des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG) zum zweiten Mal durchgeführt. Hierbei wird den betroffenen Gemeinden und den sonst betroffenen Behörden sowie Interessenvertretungen abermals Gelegenheit zur Abgabe einer Stellungnahme gegeben.

Parallel hierzu wird der Entwurf der geplanten Naturschutzgebietsverordnung "Bohlenbruch" bei der betroffenen Samtgemeinde Flotwedel und beim Landkreis Celle im Rahmen des förmlichen Auslegungsverfahrens nach § 14 Abs. 2 NAGBNatSchG öffentlich ausgelegt. Während der Auslegungszeit kann jedermann bei der Samtgemeinde Flotwedel und beim Landkreis Celle als untere Naturschutzbehörde während der Öffnungszeiten Bedenken und Anregungen vorbringen. Bitte beachten Sie hierzu die von der Samtgemeinde Flotwedel bekanntgegebenen Termine.

Mit dem Auslegungsverfahren wird bewirkt, dass das Unterschutzstellungsvorhaben in dem örtlichen Bereich, wo es sich voraussichtlich auswirken wird, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird. Alle potentiell betroffenen Personen sollen dadurch rechtzeitig Kenntnis von der beabsichtigten Ausweisung erhalten, damit sie beurteilen und prüfen können, ob und  wie weit ihre privaten Interessen von den geplanten naturschutzrechtlichen Regelungen möglicherweise berührt oder beeinträchtigt werden und ausreichend Gelegenheit haben, Bedenken und Anregungen vorzutragen.

Die Stellungnahmen, Bedenken und Anregungen aus dem Beteiligungs- und Auslegungsverfahren werden ausgewertet und anschließend wird der Entwurf der Verordnung entsprechend der zu berücksichtigenden Bedenken und Anregungen überarbeitet. Abschließend entscheidet der Kreistag des Landkreises Celle über die NSG-Verordnung.

Das FFH-Gebiet Bohlenbruch ist deckungsgleich mit der bestehenden Naturschutzgebietsverordnung und umfasst ca. 173 ha Fläche. Es liegt in den Gemeinden Bröckel und Eicklingen der Samtgemeinde Flotwedel an der B 214. Vorrangig handelt es sich um ein großes zusammenhängendes Waldgebiet mit einem großen Anteil an feuchten Eichen- und Hainbuchen-Mischwäldern sowie einem durch Bodenabbau entstandenen Stillgewässer. Die Flächen befinden sich überwiegend in öffentlicher Hand.

Anbei finden Sie zum Herunterladen die Entwürfe der Verordnung, Übersichtskarte, Karte im Maßstab 1:5.000 sowie die Begründung zur Verordnung:

  1. Entwurf der Verordnung NSG Bohlenbruch
  2. Übersichtskarte NSG Bohlenbruch
  3. Karte im Maßstab 1:5.000 NSG Bohlenbruch
  4. Begründung zur Verordnung NSG Bohlenbruch

 

Ihre Ansprechpartner für das Ausweisungsverfahren „Bohlenbruch“:

Jan Bergengruen
Telefon:05141 / 916 6626
E-Mail: Jan.Bergengruen@lkcelle.de

Rita Lübke
Telefon:05141 / 916 6625
E-Mail: Rita.Luebke@lkcelle.de