Dokumentation des Arzneimitteleinsatzes im Tierbestand

- Erläuterungen zum Bestandsbuch -

Das Bestandsbuch kann geführt werden für

 

  • den gesamten Bestand
    (Eintragung der Behandlung aller Tiere und verschiedener Tierarten in ein Bestandsbuch)
    - geeignet für Kleinbestände
  • Einzeltiere
    (Eintragung der Behandlung nur eines Tieres über dessen gesamtes Leben in einer Behandlungskarte)
    - geeignet u. a. für Sauen, Milchkühe
  • Gruppen
    (Eintragung der Behandlung z.B. für die Dauer eines Mastdurchganges)
    geeignet u. a. für Mastkälber, Mastschweine, Geflügel

 

Das Bestandsbuch kann geführt werden als

 

  • gebundenes Buch
  • Karteikarte, wenn daraus unverzüglich und übersichtlich der Bezug und der Verbleib von allen apothekenpflichtigen Tierarzneimitteln eines Bestandes zu ersehen ist und Karteikarten nach Abgang der Tiere aus dem Bestand in einem Bestandsordner 5 Jahre aufbewahrt werden
  • EDV-Datei (monatlicher Ausdruck)

 

Angaben zur Tieridentität und zum Standort der Tiere abhängig u.a. von der Art der Bestandsbuchführung
(siehe Zeile 1)

Generell gilt:
behandeltes Einzeltier oder behandelte Tiergruppe muss zweifelsfrei im Bestand zu identifizieren sein

 

  • Einzeltier- behandlung

 

- Ohrmarke (OM) nach VVVO (Rind) oder

- betriebsinterne Kennzeichnung, die eine eindeutige Zuordnung zur OM nach VVVO ermöglicht (Rind)

- Buchten-Nr. und Zusatzkennzeichen (Schwein)

 

  • Gruppen-
    behandlung

 

Schweine oder Geflügel:

  • Stall-Nr.
  • Stallabteilungs-Nr.
  • Buchten-Nr.
  • Anzahl, Alter oder Gewicht behandelter Tiere

Rinder (Individual-OM vorhanden):

  • Stall-Nr.
  • Stallabteilungs-Nr.
  • Buchten-Nr.
  • Anzahl behandelter Tiere

Zusätzlich:
Stallplan, aus dem Zuordnung der Tiere / OM je Bucht hervorgeht

Angaben zum angewendeten Arzneimittel

 

  • Name des Arzneimittels
  • Nummer des tierärztlichen Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleges (AM-An-Ab-Beleg),
  • ggf. Angabe des Namens des Tierarztes (falls mehrere Tierärzte im Bestand tätig sind, um Doppel-Nummern des AM-An-Ab-Beleges auszuschließen)
  • Nummer des Herstellungsauftrages / der Verschreibung von Fütterungsarzneimitteln bzw. Datum falls keine fortlaufende Nummer vorhanden

 

Datum der Behandlung

Arzneimittelverabreichung mittels

  • Injektion, Spot on o. ä.

 


Behandlungsdatum

Arzneimittelverabreichung mittels

  • Futter / Tränkwasser / Fütterungs-
    arzneimittel

 

Behandlungszeitraum (von Befüllung bis vollständiger Entleerung des Futtersilos bzw. des Vorlaufbehälters für Tränkwasser)

Art der Verabreichung

 

  • i. m. / intramuskulär
  • s. c. / subkutan

 

Injektion

  • in die Muskulatur
  • unter die Haut

 

 

  • i. ut. / intrauterin
  • i. mamm. / intramammär
  • spot on / pour on
  • oral

 

Gabe

  • in die Gebärmutter
  • in das Euter
  • auf die Haut

über Futter oder Tränke oder direkt ins Maul

Angabe der tatsächlich verabreichten Menge

Einzeltierbehandlung

verabreichte "ml" oder "g" je Tier und Tag

Gruppenbehandlung

orale Behandlung:

  • insgesamt eingesetzte Arzneimittelmenge für diese Gruppe
  • Menge des Fütterungsarzneimittels lt. Herstellungsauftrag / Verschreibung

Injektion o.ä.:

  • verabreichte ml je Tier

 

Wartezeit in Tagen

Wartezeit:

= die Zeit, die nach der letzten Anwendung eines Arzneimittels vergehen muss, bevor es geschlachtet werden darf
oder tierische Erzeugnisse als Lebensmittel gewonnen und in Verkehr gebracht werden dürfen.

 

  • für eßbares Gewebe
    (bei unterschiedlichen Angaben für Muskulatur, Niere oder Injektionsstelle – Angabe der längsten Wartezeit)
  • für Milch
  • für Eier
  • für Honig

 

Name der anwendenden Person

Name desjenigen, der das Arzneimittel tatsächlich angewendet hat

Bezugsnachweise für Arzneimittel

  • müssen jederzeit im Betrieb verfügbar sein
  • Aufbewahrungs- frist 5 Jahre (Arzneimittel Anwendungs- und Abgabebeleg)
  • Aufbewahrungs- frist 3 Jahre (Herstellungs- auftrag / Verschreibung von Fütterungs- arzneimitteln)

 

 

  • Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg (bei Erwerb vom Tierarzt)
  • Durchschrift des Herstellungsauftrages bzw. der Verschreibung für Fütterungsarzneimittel
  • Beleg der Apotheke, aus dem Art, Menge und Lieferant des Arzneimittels ersichtlich sind
    (bei Erwerb von apothekenpflichtigen Tierarzneimitteln in Apotheken)
  • Beleg der Apotheke, aus dem Art, Menge und Lieferant des Arzneimittels ersichtlich sind, und Rezept des Tierarztes
    (bei Erwerb verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel in Apotheken)