Merkblatt für Jagdausübungsberechtigte

 

Fleischhygienerechtliche Untersuchungspflicht bei erlegtem Haarwild:

Die Fleischuntersuchung kann unterbleiben, wenn

  • keine Merkmale festgestellt werden, die das Fleisch als bedenklich zum Genuss für den Menschen erscheinen lassen und
  • das Fleisch zum eigenen Verbrauch verwendet wird oder
    - unmittelbar an einzelne natürliche Personen zum eigenen Verbrauch
    abgegeben wird oder
    - das erlegte Haarwild unmittelbar nach dem Erlegen in geringen Mengen
    (Strecke eines Jagdtages) an nahegelegene be- oder verarbeitende Betriebe
    zur Abgabe an Verbraucher zum Verzehr an Ort und Stelle (Gastronomie)
    oder zur Verwendung im eigenen Haushalt (Wildeinzelhandel, Fleischerei)
    geliefert wird.

Eine Fleischuntersuchung hat somit in folgenden Fällen ausnahmslos zu erfolgen:

  • Fallwild /Unfallwild
  • erlegtes Haarwild, bei dem bedenkliche Merkmale i.S. von Anlage 2 Kap. VI. Nr. 1.3 FlHV festgestellt wurden (gestörtes Allgemeinbefinden, abnorme Verhaltensweisen, multiple Geschwülste oder Abszesse, Schwellungen der Gelenke oder Hoden, Hodenvereiterung, Leber- oder Milzschwellung, Darm- oder Nabelentzündung, fremder Inhalt in Körperhöhlen mit Verfärbung von Brust- oder Bauchfell, erhebliche Gasbildung im Magen-Darmkanal mit Verfärbung der inneren Organe, erhebliche Abweichung der Muskulatur oder der Organe hinsichtlich Farbe, Konsistenz oder Geruch, offene, nicht erlegungsbedingte Knochenbrüche, erhebliche Abmagerung, frische Verklebungen oder Verwachsungen von Organen mit Brust- oder Bauchfell, sonstige erhebliche, sinnfällige Veränderungen außer Schussverletzungen wie z.B. stickige Reifung).
  • Haarwild ohne bedenkliche Merkmale, das vom behandelnden Betrieb (z.B. Fleischerei) nicht direkt an den Endverbraucher zur Verwendung im eigenen Haushalt (z.B. Gastronomie, Großküchen) abgegeben wird,
  • Haarwild ohne bedenkliche Merkmale, das an den Wildgroßhandel abgegeben wird (Untersuchung dort).

Eine Trichinenuntersuchung hat ausnahmslos bei allen zur Verwertung vorgesehenen Wildschweinen zu erfolgen!

Grundsätzlich hat nach jeder Untersuchung eine Beurteilung und Kennzeichnung zu erfolgen! Die Kennzeichnung "Trichinenfrei" kann gem. Anl. 1 Kap. V. Nr. 2.2.2. FlHV schon anlässlich der Probenentnahme und vor Abschluss der Untersuchung erfolgen, wenn gewährleistet ist, dass der Verfügungsberechtigte erst nach Abschluss der Untersuchung (normalerweise 4 Stunden) über das Fleisch verfügt. Es ist insbesondere darauf hinzuwirken, dass alles Fleisch, welches nicht direkt an den Endverbraucher abgegeben wird, ordnungsgemäß gekennzeichnet wird.