"Gute Welpenstube"

Empfehlungen zur Auswahl eines Züchters beim Welpenkauf

Wer über die Anschaffung eines Haustiers nachdenkt, kommt schnell zu der Frage, wo das Tier gekauft werden soll. Tierheime bieten in der Regel ein breites Angebot und sind eine gute Anlaufstelle. Doch wer sich einen Welpen oder ein Rassetier wünscht, wird meist nur beim Züchter fündig.
Züchter darf sich jeder nennen, unabhängig davon, ob er weiß, wie man mit Tieren umgeht oder nicht. Der Berufsname "Züchter" ist nicht geschützt. Es gibt auch keine vorgeschriebene Ausbildung. Für Interessenten ist es deshalb nicht leicht, einen guten Züchter von einem reinen Geldmacher zu unterscheiden.
Welpen, die bei profitorientierten "Hundeherstellern" aufgewachsen sind, haben meistens viel zu wenig oder gar schlechte Erfahrungen gemacht. Mit diesen Versäumnissen und Schäden entlassen diese Hundezüchter die Tiere in die Obhut ihrer neuen Besitzer. Sie spekulieren auf die magische Anziehungskraft eines Welpen und auf Mitleid mit dem jungen Tier. Sind genügend Käufer gefunden, wird gleich die nächste Runde Welpen "produziert". Wenn Sie solchen Hund kaufen, verursachen und unterstützen Sie indirekt die schlechten Aufzuchtbedingungen für Welpen. Deshalb sollte auf die Auswahl des Züchters ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

Folgende Punkte sollten bei der Auswahl des Züchters berücksichtigt werden:

  • Mehrere Besuche von Interessenten vor dem Hundekauf sind von einem guten Züchter erwünscht und sollten nach Absprache jederzeit möglich sein.
  • Gewerbsmäßige Züchter (3 oder mehr fortpflanzungsfähige Hündinnen oder 3 oder mehr Würfe pro Jahr) bedürfen einer behördlichen Genehmigung gemäß Tierschutzgesetz, welche man sich vorlegen lassen sollte.
  • Es sollten nicht mehr als 2 Hunderassen beim Züchter angetroffen werden.
  • Die Unterbringung der Tiere muss artgerecht, geräumig und sauber sein.
  • Die Tiere müssen täglich Kontakt zu Menschen haben. Ein Anschluss an die Züchterfamilie, die hoffentlich viel Besuch empfängt, sollte selbstverständlich sein.
  • Eine Betreuungsperson darf für höchstens zehn Tiere zuständig sein.
  • Der gesamte Wurf sollte einen zufriedenen und zutraulichen Eindruck machen. Liebevoll aufgezogene Welpen sind gut gepflegt, Besuchern gegenüber neugierig und aufgeschlossen und lassen sich problemlos anfassen.
  • Die Tiere sollten gesund, munter und tierärztlich betreut bzw. versorgt sein. Der Welpe sollte bei der Abgabe sowohl geimpft als auch entwurmt sein. Darüber sollten entsprechende Nachweise vorliegen (Impfausweis bzw. Heimtierausweis, tierärztliche Bestätigung über die Entwurmung etc.).
  • Man sollte sich immer die Mutterhündin zeigen lassen und in diesem Punkt keine Ausreden gelten lassen! Wenn man die Hündin nicht kennen lernen kann, stimmt irgendetwas nicht. Die Mutterhündin sollte auf Menschen freundlich zugehen. Ängstliche oder aggressive Tiere können durch ihr eigenes Verhalten den Welpen schon ein schlechtes Beispiel gegeben haben.
  • Die Hündinnen sollten nicht mehr als höchstens zweimal jährlich gedeckt werden.
  • Der Mutterhündin und den Welpen muss ausreichend Auslauf und Beschäftigung geboten werden.
  • Die Welpen sollten weder abgeschirmt noch sehr ruhig aufwachsen. Ab der 3. Lebenswoche sollte der Welpe eine Fülle von interessanten, aber nicht bedrohlichen Umweltreizen kennen lernen und sollte außerdem in das normale häusliche Umfeld des Züchters eingeführt werden.
  • Die Welpen dürfen nicht vor der 8. Lebenswoche von der Mutter getrennt werden.
  • Gute Züchter wissen um individuelle Charaktere, Temperamente und Mindestanforderungen für "ihre" Rasse und sollten die rassespezifischen Merkmale deutlich herausstellen, indem der Züchter den Kaufinteressenten seriös und umfassend berät.
  • Auch nach dem Kauf sollte der Züchter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Folgende Punkte begründen den Verdacht auf unseriöse bzw. ungeeignete Züchtern/Händler:

  • Der Züchter drängt zur schnellen Kaufentscheidung.
  • Der Kauf von Tieren ist jederzeit im Jahr möglich. Dies weckt den Verdacht auf zu häufiges Decken der Muttertiere.
  • Es werden vom Züchter gleichzeitig verschiedene Hunderassen angeboten. Hier besteht der Verdacht auf illegale Importe.
  • Besuche und Besichtigung der Mutterhündin und der Welpen in ihrer ursprünglichen Umgebung sind unerwünscht bzw. werden abgelehnt.
  • Die Mutterhündin bzw. die Elterntiere werden nicht gezeigt.
  • Die Übergabe der Welpen findet auf Autobahnrastplätzen etc. statt.
  • Es gibt sehr viele Tiere, aber kaum Personal.
  • Die Unterbringung ist nicht artgerecht (z. B. Unterbringung in zu kleinen Käfigen und Zwingern) und/oder verschmutzt.