Jugendzahnärztlicher Dienst

Die Prophylaxekräfte und die Zahnärztin des Gesundheitsamtes führen Besuche in den Krippen, Kindergärten, Schulen und Behinderteneinrichtungen durch. Die Gruppenprophylaxe direkt vor Ort bietet die Möglichkeit, alle Kinder gleichermaßen zu erreichen im Sinne der Herstellung von Chancengleichheit (gesetzliche Grundlage der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe: § 21 des Sozialgesetzbuches V).

Theoretische Impulse und praktische Zahnputzübungen – daraus setzt sich ein Besuch des Jugendzahnärztlichen Dienstes in der Regel zusammen. Bei den Kleinsten kann zum Auftakt ein Fingerpuppenspiel oder ein Bilderbuch in das Thema Zahngesundheit einführen, bei älteren Kindern beispielsweise ein Gespräch über zahngesunde Ernährung, deren Umsetzung dann später auf dem Programm steht. Im Idealfall werden auch einige zahnärztliche Instrumente vorgestellt, so dass Spiegel, Sonde und Lampe für die Kinder nicht mehr fremd sind, wenn eine zahnärztliche Untersuchung ansteht.

Bereits ab ihrem ersten Zahn sollten alle Kinder beim Zahnarzt vorgestellt werden. Das Gesundheitsamt führt in den Einrichtungen regelmäßig zahnärztliche Untersuchungen durch, ggf. erfolgt hier auch die direkte Empfehlung, den Hauszahnarzt zur Kontrolle oder Behandlung in der Praxis aufzusuchen. Darüber hinaus werden die Untersuchungsdaten in anonymisierter Form zur Gesundheitsberichterstattung ausgewertet. Die zahnärztliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt in Kitas oder Schulen ist für die Kinder freiwillig.

Ein zentrales Anliegen des Gesundheitsamtes ist es, das Zähneputzen als festes Ritual in den Kindertagesstätten zu verankern. So wird nicht nur den Kindern vor Ort spielerisch der Umgang mit der Zahnbürste vermittelt, sondern auch Zahnputzmaterialien für das tägliche Zähneputzen in der Einrichtung kostenlos zur Verfügung gestellt. Weiterhin findet auch die Beratung der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher statt, mit dem Ziel, gemeinsam die Zahngesundheit aller Kinder weiter zu verbessern.

In einigen Schulen bietet der Jugendzahnärztliche Dienst mehrmals im Jahr den Schülerinnen und Schülern das Zähneputzen mit einem Fluoridgelee zur Zahnschmelzhärtung an.

Weitere Aktivitäten sind die Wettbewerbe für Kita-Gruppen und Schulklassen, bei denen möglichst viele Kinder den Besuch beim Hauszahnarzt nachweisen sollen. Als Belohnung winken Preisgelder für die ganze Gruppe. Die Zusammenstellung von Infomaterial für Eltern Neugeborener sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen, beispielsweise zum Tag der Zahngesundheit, gehören ebenfalls mit zum Angebot.

In der regionalen Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege arbeiten die gesetzlichen Krankenkassen, die Zahnärzteschaft und das Gesundheitsamt des Landkreises Celle zusammen. Hier werden Durchführung und Finanzierung der Maßnahmen der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe geregelt. Auch haben niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte Patenschaften für Kindergärten übernommen und bieten z. B. Praxisbesuche für Kindergartengruppen an.