Virushepatitis A (ansteckende Leberentzündung Typ A)

Merkblatt des Gesundheitsamtes
Weltweit ist diese Art der Gelbsucht noch verbreitet, insbesondere in Ländern mit niedrigem Hygienestandard. Mehr als die Hälfte der in Deutschland auftretenden Infektionen werden bei Aufenthalten in Ländern mit hohem Hepatitis A-Risiko erworben, z.B. im Mittelmeerraum, in Asien, in Afrika, in Osteuropa oder auch in Zentral- und Südamerika. Dort werden oftmals Abwässer ungereinigt ins Meer geleitet, eine Kanalisation fehlt, oder die hygienischen Verhältnisse sind unzureichend. Häufig findet eine Übertragung durch Muscheln, Speiseeis, Eiswürfel, Obst, Salate und Trinkwasser statt.

 


Übertragungswege

Das Hepatitis A-Virus (HAV) wird durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen (Stuhl) Erkrankter ("fäkal-oral") oder durch kontaminierte (belastete) Lebensmittel und verunreinigtes Trinkwasser übertragen. Besonders zu beachten ist, dass bereits ein bis zwei Wochen vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome große Virusmengen mit dem Stuhl ausgeschieden werden und auch Infizierte, die nicht erkennbar krank (gelb) werden, ansteckend sind. Die Virusausscheidung dauert bis etwa eine Woche nach Krankheitsbeginn an.


Das Krankheitsbild

Die Inkubationszeit (also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt bei Hepatitis A zwei bis sieben Wochen. Der direkte Nachweis des Virus erfolgt im Stuhl, indirekt über eine Blutuntersuchung (Nachweis von Antikörpern).
Eine Hepatitis A- Infektion verläuft bei Kindern häufig unbemerkt. Entwickeln die Kinder aber eine "Gelbsucht", so ist der Krankheitsverlauf in der Regel leicht.
Erwachsene erkranken meist schwerer. Die ersten Krankheitsanzeichen ähneln denen einer Grippe: Es kommt zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Fieber, gelegentlich Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Wegen dieser unspezifischen Symptome wird die Hepatitis A nicht immer erkannt. Erst wenn sich der Urin dunkel und der Stuhl hell verfärbt und die typische Gelbfärbung im weißen Bereiches des Augapfels und der Haut dazukommt, wird der Arzt auch rasch die Diagnose stellen.
Die Krankheit dauert etwa vier bis sechs Wochen und heilt spontan aus. Zu Komplikationen mit tödlichem Ausgang kommt es nur selten. Chronische Verlaufsformen wurden bisher nicht beobachtet.

Die einmal durchgemachte Infektion schützt lebenslang vor einer Neuerkrankung (Immunität). Zu Kriegs- und Nachkriegszeiten war diese "Hepatitis epidemica" bei uns auch sehr häufig! Deshalb sind viele ältere Menschen bei uns noch geschützt (Antikörper positiv).


Vorbeugung

Hygiene:
Vorsicht und Hygienemaßnahmen alleine bieten keinen ausreichenden Schutz gegen Hepatitis A. Das Virus relativ ist stabil und reichert sich auch z. B. in Muscheln und Meeresfrüchten an.
Alle Speisen insbesondere in südlichen Ländern nur gekocht oder gut gegart verzehren! Händewaschen nach Toilettengang, damit Schmierinfektionen vermieden werden.

Immunglobulin:
Ist kurzfristig ein Schutz erforderlich, kann die intramuskuläre Gabe von Immunglobulin (NIG) angezeigt sein (passiver Impfschutz). Dieser Schutz hält einige Wochen an, ist aber besonderen Situationen vorbehalten (Kontakt zu Infizierten, kurzfristige Reisen in Risikogebiete o.a.).

Aktiver Impfschutz:
Seit 1996 sind Hepatitis A-Impfstoffe mit einfachem Impfschema im Handel: für die vollständige Immunisierung sind nur zwei Impfungen erforderlich (Erstimpfung mit rascher Schutzwirkung nach 2 Wochen und eine zweite frühestens sechs Monate danach) - dann Schutz für mindestens 10 Jahre! Es wird empfohlen, den Immunstatus kontrollieren zu lassen z.B. bei "Risikoreisen" oder längeren Aufenthalten in Risikogebieten.
Im Ausnahmefall ist eine Kombination von aktiver und passiver Impfung möglich, so dass gleichzeitig ein Sofort- und Langzeitschutz erreicht wird. Eine vorbeugende Impfung für die ganze Bevölkerung wird derzeit von den maßgeblichen Fachgremien in Deutschland nicht empfohlen.

Für Personen aus "Risikogruppen empfiehlt" sich eine aktive Schutzimpfung, bevor sie sich einer erhöhten Infektionsgefahr aussetzen. Eine vorherige Testung auf HAV- Antikörper ist bei vor 1950 geborenen Menschen sinnvoll (Test positiv bedeutet Dauerschutz!).

Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) empfiehlt die Hepatitis A-Impfung für:

Mehr über die Möglichkeiten der Impfung gegen Hepatitis A erfahren Sie von Ihrem Haus- und/oder Jugend&Kinderarzt sowie im Gesundheitsamt.

Fachinformationen für Ärzte sind u. a. auch abrufbar unter:

www.rki.de

Im Einzelfall ist auch eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B möglich.

 

 

 
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