Virushepatitis C (ansteckende Leberentzündung Typ C)

Merkblatt des Gesundheitsamtes

Merkblatt für Träger und Ausscheider

Durch die Untersuchung von Blutproben wurde festgestellt, dass sich in Ihrem Körper Erreger einer ansteckenden Krankheit befinden, die für andere Menschen gefährlich werden können (übertragbare Krankheit im Sinne des Infektionsschutzgesetzes).
Dabei handelt es sich um Krankheitserreger (Viren oder deren Bestandteile), die die Leber befallen und dort eine Entzündung hervorrufen, die in der Form einer infektiösen Gelbsucht ablaufen kann. Die Symptome sind oft uncharakteristisch (Fieber, Kopfschmerzen, Magen-/Darmbeschwerden u.a.); eine Gelbfärbung der Haut und der Augen ist nicht immer erkennbar. Deshalb wird eine Hepatitis häufig verkannt und kann dann chronisch werden. Der Körper entwickelt zwar Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Virus, die im Blut messbar sind, in etwa der Hälfte der Fälle bleibt aber eine Infektiösität (Übertragungsmöglichkeit) erhalten, ohne dass der/die Betroffene selbst Krankheitszeichen verspürt ("gesunde/r Antigenträger/in").

Die Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut und Blutprodukte, eher selten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Besonders gefährdet sind intravenös Drogenabhängige durch Weitergabe benutzter Nadeln und Spritzen! Auch Dialysepatienten (künstliche Niere) und medizinisches Personal sind infektionsgefährdet. Alle Körperflüssigkeiten können infektiös sein!

Ist die akute Hepatitis C rechtzeitig diagnostiziert, kann mit einer spezifischen Therapie (Interferon alpha) eine Chronifizierung häufig vermieden werden.
Bei chronischem Krankheitsverlauf ist eine Kombinationstherapie mit Interferon alpha und Ribavirin durchaus erfolgversprechend. Fragen Sie dazu Ihre behandelnden Ärzte.


Vorsichtsmaßnahmen helfen, eine Übertragung auf andere Menschen zu verhindern:

  1. Spenden Sie kein Blut, keinen Samen und keine Organe!
  2. Achten Sie darauf, dass Zahnbürste, Rasierapparat, Nagelschere, und ähnliche Gegenstände, mit denen Sie sich selbst verletzen können, von anderen Menschen nicht mitbenutzt werden!
  3. Ärzte und Zahnärzte kommen bei ihrer Tätigkeit häufig mit Blut und anderen Körpersekreten in Kontakt. Sagen Sie deshalb vor einer Behandlung oder Untersuchung immer, dass Sie "Virusträger von Hepatitis C" sind!
  4. Ihre Sexualpartner sollten Sie unbedingt über ihre Situation unterrichten. Da es keine wirksame Schutzimpfung gibt, ist das Benutzen von Kondomen zwingend notwendig! Vermeiden Sie beim Sexualverkehr Praktiken, die zu blutenden Verletzungen führen können. Auch beim Tätowieren und Piercing kann die Infektion bei unzureichender Desinfektion weitergegeben werden.
  5. Sollten Sie Drogen intravenös spritzen, geben Sie das Injektionsbesteck nicht weiter, da dieses eine große Gefahr für den Mitbenutzer darstellt. Sterile Spritzbestecke erhalten Sie in Apotheken oder Drogenberatungsstellen.
  6. Lassen Sie auch einen HIV-Antikörpertest machen und sich ggf. gegen Hepatitis B impfen!

Wenn Sie diese Regeln beachten, schützen Sie Ihre Mitmenschen vor unnötiger Ansteckung. Dabei tragen Sie eine große Verantwortung.
Bleiben Sie regelmäßig zur Verlaufskontrolle mit ihrem behandelnden Arzt in Kontakt, der Ihnen weitere Fragen sicher ebenso gerne beantwortet wie das Gesundheitsamt. Ein ausführliches Merkblatt des Robert-Koch-Institutes ist unter

www.rki.de

veröffentlicht.

 

 

 
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