Impetigo Contagiosa (ansteckende Borkenflechte)

Merkblatt des Gesundheitsamtes

  1. Krankheitsbild
    Erkrankung der Haut, meist im Gesicht aber auch an anderen Körperstellen. Beginn (der streptogenen Form) mit kleinen juckenden Bläschen mit feinem roten Hof, die später platzen und von honiggelben bis braunen konfluierenden Krusten überzogen werden. Nach 8-10 Tagen fallen die Krusten ab und hinterlassen für längere Zeit rote Flecken. Die Bläschen sind bei der staphylogenen Form (weniger als 10% der Fälle) mindestens erbsengroß, die Krusten gelblich. Die Krankheit kann durch eine Beteiligung der Mundschleimhaut und der Nägel kompliziert werden. Typische Streptokokken-bedingte Folgeerkrankungen wie Glomerulonephritis (Nierenerkrankung) und rheumatisches Fieber sind möglich.

  2. Häufigkeit und Verbreitung
    Weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, besonders häufig bei Kindern im Vorschulalter in Gemeinschaftseinrichtungen und bei schlechter Hygiene.

  3. Ätiologie (Herkunft)
    Erreger sind Bakterien:
    Streptokokken der Gruppe A (meist M-Serotypen) sowie Staphylococcus aureus.
    Oft werden Mischinfektionen gefunden; gewöhnlich ist die Infektion mit Staph. aureus sekundär.

    Ansteckungsmodus (Infektionsquelle):

    Die Infektion der Haut kommt durch direkten oder indirekten Kontakt mit Erkrankten zustande, besonders oft in Schulen, Kindergärten und Ferienheimen, häufig bei warmen und feuchten Sommerwetter. Am Patienten wird sie durch kratzende Finger weiterverbreitet.


  4. Ansteckungsfähigkeit (Kontagiosität)
    Sehr hoch! Bis zur Abheilung noch ansteckend!

  5. Inkubationszeit
    2 - 10 Tage vergehen zwischen Ansteckung und ersten Krankheitsanzeichen.

  6. Differentialdiagnose (weitere mögliche Ursachen für die Symptome)
    Infizierte Insektenstiche, Varizellen (Windpocken) und Herpes simplex, Syphilide, Mykosen (Pilzerkrankung).

  7. Labordiagnostik
    Erregernachweis erfolgt
    - aus der serösen Flüssigkeit der Bläschen durch Mikroskopie, Kultur.
    - durch Antikörpernachweis und Serologie.

  8. Immunität nach durchgemachter Erkrankung ist nicht bekannt.

  9. Behandlung (sollte durch Ärzte erfolgen!)
    a) unspezifische
    - Erweichen und Entfernen der Krusten mit sog. Impetigosalbe.

    b) spezifische
    - allgemein: Penicillin ist das Mittel der Wahl, da meist A-Streptokokken
    auslösend sind und Gefahr einer akuten Glomerulonephritis besteht
    (Penicillin 25000 bis 90000 E/kg Körpergewicht und Tag, verteilt auf
    4 Dosen täglich für10 Tage als Tabletten oder Saft).
    Penicillinasefestes Penicillin oder Oralcephalosporine bes. bei bullöser
    Impetigo (blasige Form).
    Bei Penicillin-Allergie: Clarithromycin.

  10. Seuchenbekämpfung und andere prophylaktische Maßnahmen
    Auf peinlichste Sauberkeit achten - besonders, wenn jüngere Geschwister in der Familie sind. Einzelunterbringung empfehlenswert.

    Erkrankte dürfen Schulen, Kindergärten, Heimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen bis ärztlich bestätigt ist, dass keine Ansteckungsfähigkeit mehr vorliegt.

    Erkrankte dürfen nicht in Lebensmittelbetrieben oder Trinkwasserversorgungsanlagen tätig
    sein.

Meldepflicht gemäß § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das zuständige Gesundheitsamt!

Verpflichtet zur Meldung ist die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung wie Schule oder Kindertagesstätte.

Für weitere gesundheitliche Fragen steht Ihnen das Gesundheitsamt unter Telefon 05141 / 916 5000 gern zur Verfügung

 
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