EHEC-Infektionen und die notwendige Vorsorge

Merkblatt des Gesundheitsamtes Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind eine gefährliche Art von an sich harmlosen Darmbakterien mit Namen Escherichia coli. Sie können durch Abgabe besonderer Zellgifte beim Menschen schwere Krankheitserscheinungen auslösen. Da die Zahl schwerer Erkrankungsfälle durch diesen Erreger in Niedersachsen in letzter Zeit zugenommen hat, werden nachfolgend wichtige Informationen zum Krankheitsbild, zu Übertragungswegen sowie zu vorbeugenden Maßnahmen gegeben.

Krankheitsbild:

Die Mehrzahl der Infektionen durch EHEC-Bakterien verläuft ohne erkennbare klinische Krankheitserscheinungen. Als häufigstes Symptom tritt wässriger Durchfall auf, der oftmals mit kolikartigen Bauchschmerzen, Erbrechen und leichtem Fieber einhergeht. In etwa 20 % der Fälle entwickeln sich blutige Durchfälle, die dann - insbesondere bei Kindern - sehr häufig in die lebensbedrohliche Komplikation des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) übergehen. Dabei kann es zu bleibenden Schädigungen der Nieren und auch des Gehirns kommen. In etwa 5 % der Fälle führt diese schwere Verlaufsform zum Tode.
Der Erreger wird in der Regel 5 bis 20 Tage über den Stuhl ausgeschieden, in Einzelfällen kann es jedoch zu einer wochen- bis monatelangen Ausscheidung der EHEC-Bakterien über den Stuhl kommen.


Übertragungswege:

  1. Es muss davon ausgegangen werden, dass EHEC-Bakterien mittlerweile innerhalb der Bevölkerung eine weite Verbreitung gefunden haben. Der Übertragung von Mensch zu Mensch über die Hände im Sinne einer Schmierinfektion kommt daher eine vorrangige Bedeutung zu ("von der Hand in den Mund!").
  2. EHEC-Bakterien lassen sich aber auch im Kot von Nutztieren wie Rindern, Schafen, Ziegen sowie Schweinen nachweisen. Durch nachträgliche Verschmutzung können die Erreger auch in Lebensmittel tierischer Herkunft gelangen. Wenn sie dann roh oder unbehandelt verzehrt werden, ist eine Übertragung möglich. Neben rohem Fleisch und roher Wurst kommen dafür Rohmilch, Rohmilchprodukte und - mit geringem Risiko - auch Vorzugsmilch in Frage.
  3. Prinzipiell sind sicherlich eine Vielzahl von Tieren in der Lage, den Erreger zu übertragen, unter anderem auch Vögel.
  4. Daneben gibt es theoretisch eine Reihe weiterer Übertragungswege (z.B. durch sog. Kopfdüngung verunreinigtes Gemüse oder Salat; Baden in durch Entenkot verschmutzten Gewässern u.a.). Diese allerdings von untergeordneter Bedeutung sind.


Empfohlenes Vorgehen beim Auftreten von Verdachtssymptomen:

  1. Bei anhaltenden wässrigen Durchfällen sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, insbesondere wenn diese mit Bauchkrämpfen einhergehen.
  2. Blutiger Durchfall, vor allem bei Kindern unter 12 Jahren, bedeutet ein Alarmsymptom! Die stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus ist dann dringlich.
  3. Nicht nur vereinzelt auftretende Durchfallerkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten sind umgehend dem Gesundheitsamt zu melden. Dieses veranlasst dann ggf. eine mikrobiologische Abklärung und kooperiert mit den niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und der Kindergartenleitung.


Empfohlene vorbeugende Maßnahmen:

PERSÖNLICHE HYGIENE

Gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang, vor dem Essen und insbesondere vor der Zubereitung von Mahlzeiten! Dies gilt in ganz besonderer Weise für Gemeinschaftseinrichtungen. Auch nach dem Kontakt mit Tieren sollte dies selbstverständlich sein!


Umgang mit Lebensmitteln sowie Hygiene

  1. Lebensmittel tierischer Herkunft sollten nach dem Kauf baldmöglichst im Kühlschrank bei 4-8° C gelagert werden - Temperatur keinesfalls über 8° Celsius!
  2. Auftauflüssigkeit tiefgefrorener Lebensmittel tierischer Herkunft kann EHEC enthalten. Eine Verunreinigung anderer Lebensmittel durch Auftauwasser muss vermieden werden. Zubereitung und Aufbewahrung roher Lebensmittel (z.B. Fleisch) immer getrennt von anderen Lebensmitteln!
  3. Insbesondere Fleisch soll nicht in rohem Zustand, sondern nur gut durchgegart verzehrt werden.
  4. Pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch stellen bezüglich der Übertragung von EHEC kein Risiko dar. Rohmilch vom Bauern ("ab Hof Milch") soll immer abgekocht werden. Da Vorzugsmilch eine unter besonderen Hygienebedingungen gewonnene Milch ist und ausschließlich von zugelassenen und streng überwachten Betrieben abgegeben wird, besteht derzeit beim Genuss nur ein sehr geringes Risiko.
    Nach den einschlägigen Vorschriften darf rohe Milch (auch Vorzugsmilch!) nicht mehr in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Heimen u.a. unerhitzt ausgegeben werden. Vorzugsmilchbetriebe bieten neuerdings eine pasteurisierte (schonend wärmebehandelte) Vorzugsmilch an. Die im Handel befindlichen Milchprodukte sind nicht aus Rohmilch hergestellt bzw. nach der Herstellung wärmebehandelt und deshalb nicht risikobelastet.
  5. Gemüse, das als Rohkost verzehrt wird, ist vorher gründlich zu waschen und zu putzen. Dieses gilt auch für Salate und Kräuter.

Für Rückfragen steht das Gesundheitsamt 05141 / 916 5000) gern zur Verfügung.

 
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