Die Interkulturelle Schreibwerkstatt

Die Interkulturelle Schreibwerkstatt ist ein Integrationsprojekt des Frauenbüros des Landkreises Celle, das in Kooperation mit dem LandFrauenkreisverband Celle und Êzidischen Frauen aus der Region stattgefunden hat.

In der Zeit von 2008 bis 2010 arbeiteten fast 50 Frauen regelmäßig in dem Projekt mit, das sich zum Ziel gesetzt hatte, Frauen aus verschiedenen Kulturen miteinander auf Augenhöhe ins Gespräch zu bringen.

Inzwischen ist ein Buch unter dem Titel "Fremde - Frauen - Freundinnen" veröffentlicht worden, das die Ergebnisse der gemeinsamen Zeit dokumentiert.

Die Gruppe der beteiligten Frauen trifft sich auch weiterhin zu gemeinsamen Aktionen.

Die Teilnehmerinnen des Projektes

Êziden stellen die größte Gruppe der Migrantinnen und Migranten im Landkreis Celle dar. Die meisten von ihnen kamen in den siebziger Jahren als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter aus der Türkei und später als Asylsuchende nach Deutschland. Das Êzidentum ist eine monotheistische Religion. Ihr gehören Kurden aus der Türkei, aus Syrien, dem Irak und aus Armenien an.

Der größte und wichtigste Frauenverband im dünn besiedelten und sehr ländlich geprägten Landkreis Celle ist der Kreisverband der LandFrauen, der im Kreis Celle in 16 Vereinen 3600 Mitglieder hat.

Die Idee

Über bestehende Arbeitskontakte erfuhr das Frauenbüro von êzidischen Frauen, die ihre Lebensgeschichten erzählen und deutschen Frauen, die diese Erzählungen aufschreiben wollten. Gleichzeitig wollte der KreisLandfrauenverband sich in Projekten mit Migrantinnen engagieren und den Arbeitsschwerpunkt "Andere Kulturen und Religionen" vertiefen. Dies bildete die Voraussetzungen für die Idee der interkulturellen Schreibwerkstatt.

Gemeinsames Lernen

Gemeinsame Aktionen und Fortbildungen waren ein wichtiger Teil des Konzeptes. Fachtage, an denen sich die Frauen gemeinsam mit Referentinnen fortbildeten, vermittelten konkretes Wissen. Die Themen sollten sowohl für die Landfrauen als auch für die Êzidinnen gleichermaßen interessant sein. Während der gemeinsamen Zeit befassten sich die Teilnehmerinnen mit interkultureller Kommunikation, mit Religionsgeschichte, der Erziehung und Sozialisation im Kulturvergleich, religiösen Festen und Integrationstheorien.

Lebensgeschichten

Neben dem gemeinsamen Lernen ging es in dem Projekt vor allem um das gemeinsame Erarbeiten von Lebensbiografien: In einem geschützten Rahmen erzählten Kurdinnen aus ihrem Leben. Zu Tandems vernetzt wendeten sie sich mit ihren Geschichten aus der alten und der neuen Heimat an die Landfrauen und ließen sie an ihrem Schicksal teilhaben. Landfrauen schrieben diese Geschichten auf. Durch die Begegnung der beiden engagierten Frauengruppen wurden vielseitige Integrationsprozesse aktiviert.

Förderung

Das Projekt konnte 2008 durch eine Anschubfinanzierung des Deutschen LandFrauenverbandes dlv 2009 und 2010 mit Fördermitteln aus dem Landesprogramm "Migrantinnen in Niedersachsen - Integration gestalten" und ebenfalls 2010 mit Unterstützung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes realisiert werden.

Das Buch

Im November 2010 erschien das Buch "Fremde - Frauen - Freundinnen" als Band 9 in der Reihe des Landkreises "Quellen und Darstellungen zur Geschichte des Landkreises Celle". Es handelt von den bewegenden Schicksalen ganz unterschiedlicher Frauen, von denen die meisten vor vielen Jahren aus einer scheinbar anderen Welt nach Deutschland kamen.

Das Buch ist im Buchhandel und über das Büro der Gleichstellungsbeauftragten sowie das Archiv des Landkreises erhältlich.

Fremde - Frauen - Freundinnen

Hrsg. von Ulrike Brinken in enger Zusammenarbeit mit Behiye Alakus, Elisabeth Cramm, Annemarie Strüber, Nursen Yavsan und Tembiye Yavsan

ISBN 978-3-9805636-8-0
8,90 €

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen oder an Lesungen haben, wenden Sie sich bitte an das Frauenbüro des Landkreises Celle, Heike Pietzko, Tel. 05141 916 1701.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier:

 

 

 
Zurck zur Website   Drucken   Landkreis Celle    Tel. +49 (0) 5141 916 - 0