Natura 2000 (FFH- und Vogelschutzgebiete)

1992 haben die Bundesrepublik Deutschland und die sonstigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Rio das Übereinkommen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt unterzeichnet. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde die Verpflichtung bestätigt, den Umweltschutz in alle Bereiche der Politik der Europäischen Union zu integrieren. Die Tätigkeiten der Gemeinschaft in diesem Bereich basieren insbesondere auf zwei Rechtsvorschriften: auf der “Vogelschutzrichtlinie” und auf der “Fauna-Flora-Habitatrichtlinie” (FFH-Richtlinie). Diese Rechtsakte sehen die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen vor, insbesondere durch die Schaffung eines europaweiten Netzes geschützter Gebiete (Natura 2000-Gebiete).

Hintergrund ist, dass die Populationen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten in der Europäischen Union trotz der im Rahmen der Naturschutzpolitik der EU-Mitgliedstaaten erzielten Erfolge ständig abnehmen. Von diesem schnellen und anhaltenden Rückgang sind nicht nur seltene Arten betroffen.  Heute sind die Hälfte der Säugetierarten und ein Drittel der Reptilien-, Fisch- und Vogelarten bedroht. Bei den Pflanzen sind nahezu 3000 Arten betroffen und 27 im Aussterben begriffen (Quelle: Europäische Kommission). Von den rund 40.000 Tier- und Pflanzenarten Niedersachsens sind ca. 10.000 Arten, also etwa ein Viertel, in Roten Listen hinsichtlich ihrer Gefährdung bewertet. Die Gefährdungssituation ist bei den verschiedenen Artengruppen sehr unterschiedlich. Von allen untersuchten Arten sind inzwischen 45% als gefährdet eingestuft.

Im Landkreis Celle gibt es 4 Europäische Vogelschutzgebiete und 17 Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete). Die Auswahl und Meldung dieser Gebiete nach Brüssel erfolgte durch das Land Niedersachsen. Die Gebietsabgrenzungen sind in der folgenden Karte dargestellt:

 

Schutzgebiets-Übersichtskarte Landkreis Celle
Schutzgebiets-Übersichts-karte Landkreis Celle

Natura 2000-Gebiete im Landkreis Celle

Die in die Liste nach Artikel 4 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Richtlinie 92/43/EWG aufgenommenen Gebiete sind gemäß § 32 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) nach Maßgabe des Artikels 4 Absatz 4 dieser Richtlinie und die nach Artikel 4 Absatz 1 und 2 der Richtlinie 79/409/EWG benannten Gebiete entsprechend den jeweiligen Erhaltungszielen zu geschützten Teilen von Natur und Landschaft im Sinne des § 20 Absatz 2 zu erklären. 

Die Unterschutzstellung als Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet kann unterbleiben, soweit nach anderen Rechtsvorschriften einschließlich des BNatSchG und gebietsbezogener Bestimmungen des Landesrechts, nach Verwaltungsvorschriften, durch die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers oder durch vertragliche Vereinbarungen ein gleichwertiger Schutz gewährleistet ist.

Die Zuständigkeit für die Erklärung der o. a. Schutzgebiete zu Naturschutzgebieten einschließlich der Änderung bestehender Schutzgebietserklärungen ist zum 01.01.2008 vom Land auf den Landkreis Celle übergegangen.

Auf dieser gesetzlichen Grundlage hat der Landkreis Celle ein „Sicherungskonzept Natura 2000“ erarbeitet. Hiernach soll die Sicherung der Natura 2000-Gebiete durch Ausweisungen von Naturschutzgebieten (NSG), Landschaftsschutzgebieten (LSG), die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers und zusätzlich - wenn möglich - durch Vertragsnaturschutz auf freiwilliger Basis erfolgen. Soweit die Natura 2000-Gebiete deckungsgleich mit bestehenden Schutzgebieten sind, ist eine Anpassung der Schutzgebietsverordnungen an die Natura 2000-Erhaltungsziele geplant.

Die Schutzkategorie wird durch den Schutzgegenstand, das angestrebte Schutzziel und die erforderliche Schutzintensität bestimmt.

Mit dem Sicherungskonzept soll - gemessen an den Erhaltungszielen - ein ausreichender Schutz  für alle Teilflächen der Natura 2000-Gebiete herbeigeführt werden.

Im Rahmen der Umsetzung des Konzepts wird der Landkreis dafür Sorge tragen, dass die Regelungen entsprechend dem Erlass von Herrn Umweltminister Sander vom 17.05.2005 den jeweils geringstmöglichen Eingriff für die Nutzer der Flächen darstellen.

Mehr erfahren Sie hier:

Natura 2000 (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz)

Natura 2000 (Bundesamt für Naturschutz)

Ihre Ansprechpartner für Natura 2000:

John Oliver Wohlgemuth
Telefon:05141 / 916 6622
E-Mail: JohnOliver.Wohlgemuth@lkcelle.de

Jan Bergengruen
Telefon:05141 / 916 6626
E-Mail: Jan.Bergengruen@lkcelle.de

Diane Eckardt
Telefon:05141 / 916 6611
E-Mail: Diane.Eckardt@lkcelle.de

Rita Lübke
Telefon:05141 / 916 6625
E-Mail: Rita.Luebke@lkcelle.de

Ankündigung: Betreten von Grundstücken – dem Naturschutz zuliebe!

Im Laufe des Jahres werden vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) landesweit bestimmte Arten und Biotope erfasst. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, dass Grundstücke, auf denen diese Arten und Biotope vorkommen, betreten werden. Die Untersuchungen dienen der Kartierung bzw. Dokumentation der heimischen Arten und Biotope, die u.a. zur Erfüllung gesetzlicher Überwachungs- und Berichtspflichten gegenüber der EU aufgrund der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) erforderlich ist. Den Eigentümern und Nutzungsberechtigten entstehen aus der Datenerfassung keine Verpflichtungen und Nachteile.

Die Erfasser sind in die besondere Methode der Bestandserfassung eingewiesen und haben sich im Laufe der letzten Jahre besondere Spezialkenntnisse für die Kartierung und detaillierte Kenntnisse vor Ort erworben. Sie werden bei ihrer Arbeit besonders behutsam vorgehen.

Unter dem nachfolgenden Link finden Sie eine Übersicht über die geplanten Erfassungen, sortiert nach Landkreisen und Artengruppen/Biotopen. Die Tabelle wird laufend aktualisiert und vervollständigt. Für Rückfragen steht Ihnen die E-Mail-Funktion am Ende der Seite zur Verfügung.

Grundstücksbetretung Naturschutz