Landkreis Celle verleiht Umweltpreis 2026 an Jürgen Kühl
Auszeichnung würdigt mehr als 30 Jahre ehrenamtliches Engagement als Kreisnaturschutzbeauftragter
Celle (lkc). Der Landkreis Celle hat Jürgen Kühl in der heutigen Kreistagssitzung (30.06.) mit dem Umweltpreis 2026 ausgezeichnet. Landrat Axel Flader würdigte in seiner Laudatio das langjährige Wirken Kühls für den Naturschutz im Landkreis Celle: „Jürgen Kühl gehört zu den Menschen, die Gutes tun, ohne je eine Bühne dafür gesucht zu haben. Sein Wissen um die Natur lässt sich in keinem Lehrbuch nachlesen, es ist das Ergebnis unzähliger Stunden draußen, genauen Hinsehens und einer Leidenschaft, die in über 30 Jahren nicht nachgelassen hat. Mit diesem Preis möchten wir ein Lebenswerk würdigen, das den Landkreis Celle ökologisch nachhaltig verändert und bereichert hat."
Jürgen Kühl ist seit 1993 Kreisnaturschutzbeauftragter des Landkreises Celle. Der gebürtige Hamburger absolvierte 1975 ein Praktikum im Forstamt Unterlüß, das ihn nach eigenen Worten nachhaltig prägte – es fiel in die Zeit der großen Waldbrandkatastrophe. Nach Stationen im Kreis Uelzen und in Wolfenbüttel war er Revierförster der Klosterkammer in Schelploh und Miele, bevor er 1999 zu den Niedersächsischen Landesforsten nach Unterlüß wechselte und dort bis zu seiner Pensionierung für den Holzverkauf an Großkunden zuständig war.
Im Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum berät Kühl die Naturschutzbehörde seit über drei Jahrzehnten fachlich, unter anderem zu Schutzgebietsausweisungen, Biogasanlagen, Windparks und Solarparks. Ein besonderes Anliegen ist ihm seit über 20 Jahren die Renaturierung des Großen Moores bei Becklingen, wo er sich für die Vernässung des Biotops einsetzt und im Austausch mit Eigentümern, Bewirtschaftern und Jagdausübungsberechtigten steht. Auch das Hetendorfer Moor sowie die Naturschutzgroßprojekte Meißendorfer Teiche und Lutter tragen seine Handschrift. Zu seinen Erfolgen zählen die Ansiedlung von Kranichen und der Erhalt des Fischadlerbestands. An den Meißendorfer Teichen dokumentiert er mit Fotofallen zudem das Vorkommen invasiver Arten wie Nutrias, Waschbären und Marderhunde.
Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung trägt offiziell die Bezeichnung „Preis des Landkreises Celle für besondere und herausragende Verdienste um das Gemeinwohl in den Bereichen Kultur, Umwelt oder soziales Engagement".
